Dienstag, 16. Juni 2015

03/11/1872 (Albert)

Rio Salgado den 3 November 1872

(Sohn Fernando, Salgado Schilderung)

Lieber Albert

Zu meinem nicht geringen Erstaunen sehe ich daß es weit über ein Jahr ist seit dem ich Dir zum letzten mal schrieb. Dein letzter Brief vom 5 April liegt auch schon über ein halb Jahr auf meinem Schreibtisch einer Antwort harrend. Entschuldigung habe ich keine dafür zu geben; es sei denn daß die Zeit bei uns viel schneller zu laufen scheint als bei euch, wo der eisige Winter Jedermann mahnt daß wieder ein Jahr verfloßen ist. Hier gibt es nichts Aehnlicher, & nur wer Buchhaltung führt kann sich genau Rechenschaft vom Ablaufen der Zeit geben. Jahrszeiten existiren nur im Kalender, & der Sommer biethet ebenso viele stürmische, regnerische Tage als der Winter warme & sonnige. So würde man im Sturmschritt den Alter entgegeneilen ohne es zu merken, wenn nicht der allmählige Ruin der Arbeitskräfte streng daran mahnte, ein Ruin der in den Tropenländern, namentlich für uns exotische Pflanzen, reißend schnell zunimt. Meine Beine tragen gar nichts mehr & mit den Augen steht es viel besser; was aber das Schlimmste ist ist daß Thätigkeitstrieb & Energie denselben Weg gehen. Und das gerade in der Zeit wo durch das Heranwachsen der Kinder größer Bedürfniße entstehn.

Mein ältester Sohn ist nun seit dem 16 Juni wieder ins elterliche Haus zurückgekehrt. Ein kräftiger, strammer Junge, dabei sittlich unverdorben, herzensgut & mit rein kindlichem Gemüth; Ein wahres Weltwunder in diesem Lande wo die fünfzehnjährigen Bengel in der Regel schon total verdorbene Viveurs sind. Gelernt hat er eben nicht zu viel, & steht in wissenschaftlicher Bildung ungefähr auf unser beider Standpunkt zur Zeit der Baronie, Mohestat & Consorten.  Dafür hat er aber eine kleine Dosis Indolenz mit übers Meer gebracht; eine sehr überflüßige Bagage die sich hier von selbst einfindet & großartig entwickelt. Ich hatte so ungeheure Hoffnungen auf die Ankunft meines Sohns gebaut & mir gedacht ich würde ihm einen guten Theil meiner Geschäfte anvertrauen können: Da erschien mir ein großes kleines Kind, das eigentlich zu nichts zu gebrauchen ist. Die erste Enttäuschung war empfindlich, bis ich nach ruhiger Ueberlegung fand daß ich selbst ein Kind war mir so unvernünftige Hoffnung zu machen & von einem jungen Mann der direkt aus dem Pensionen Leben in eine total verschiedene Sphäre versetzt worden war zu erwarten er würde am ersten Tage das verrichten was ich selbst erst nach langer mühevoller Lehrzeit gelernt habe. Passion des jungen Herrn ist reiten & jagen, & sein Gräuel Buchhaltung & Rechnungsführung. Der gute Wille fehlt nicht; wohl aber etwas Lebhaftigkeit & Initiative. Daß er ganz komische Ideen mit über den Ocean brachte ist nicht zu verwundern; ältere & verständigere Leute thun dasselbe. Er lebt in einem permanenten Belagerungszustand, stets kampfbereit. Ueberall wittert er Schlangen, Tiger, & wilde Indianer. Die erste Nacht im Salgado war er ganz verblüfft zu sehn wie ich mich in meiner offenen Barraque, ganz ohne Waffen zur Ruhe legte, während eine Menge Neger, sämtlich mit Gewehr & Jagdmesser versehn, um uns lagen: Er fragte ganz ängstlich ob die Neger nicht Lust haben könnten uns zu ermorden. Das mahnte mich an einen Gen. von Bonstetten, welcher in Tloskau im Fasangarten spazieren gehen wollte; als er aber hörte daß Fasanen darin seien, frug er ganz erschrocken ob es nicht gefährlich sei wenn man so einen Thier begegne!

Die Frau Mama schwimmt natürlich im Entzücken der Freude über den wiedergefundenen Sohn. Die (…) Lücken in seiner Erziehung merkt sie gar nicht; macht aus ihm ein wahres Enfant gâté, & schiebt seiner natürlichen Trägheit noch Ruhekissen unter. Wenn ich meine Reise nach Europa aufschieben will bis Fernando mich in meinen Geschäften vertreten kann, so fürchte ich sehr daß es noch lange Jahre dauern dürfte. Es müßte denn die Natur ein Wunder thun & dem jungen Herrn etwas Energie in einem Land einimpfen in welchem Andere gerade diese Eigenschaft verlieren. Uebrigens ist er stark & schnell gewachsen & wächst immer noch, ein Umstand der leicht Trägheit verursacht, indem Intelligenz & sonst psychische Verrichtungen unter der Fleischmasse erliegen. Denn fett & vollblütig ist er wie ein präbendirter Abt. Dabei ist Fernando aber folgsam, fügsam & gutwillig, so daß ich die beste Hoffnung habe etwas aus ihm zu machen. Ich weiß nicht wo er in Europa die ganz falsche Idee aufgefischt hat daß ich einer jener Romanen & Vaudeville Pflanzer bin, die sich in Millionen wälzen so daß er ganz erstaunt ist, & es vielleicht für Geiz hält wenn ich von Sparsamkeit & rastloser Arbeit spreche.

Mit meiner Gesundheit geht es wie mein englischer Arzt es prophezeit hat: Meine schmerzhaften Anfälle von Rheumatismus werden stets häufiger aber kürzer; in diesem Jahr habe ich schon fünfe gehabt aber nie über vierzehn Tage dauernd. Zugleich verliere ich den Appetit & den Schlaf & bin in einer halb melancholischen halb mürrischen Stimmung, was sonst meine Sache nicht war.

Hier auf meiner neuen Pflanzung am Salgado würde Alles ganz vortrefflich gehn wenn man nicht von schädlichen Thieren positiv aufgefreßen würde. Im September kamen die Raupen, welche entsetzliche Verwüstungen anrichteten; alles Laub von den jungen Cakao- & Cafe Bäumen abfraßen, so wie auch einen guten Theil Mais & Reis zerstörten; sogar die Weide fingen sie schon an abzufressen. Die ganze Luft war von diesen Bestien verpestet, & auf eine Entfernung von 400 Schritt könnte man sie freßen hören. Kaum war diese Plage vorbei so erschien eine fabelhafte Menge von Ratten, welche die jungen Bäume am Fuß benagten & dadurch zum Absterben brachten, zugleich das ganze Zuckerrohr verwüsteten. Der Schaaren von Vögeln nicht zu gedenken welche den eingelegten Samen von Mais & Reis aus der Erde scharren um ihn zu verschlingen, während andere die bereits reifen Aehren verzehren. Um sie zu verscheuchen muß ich stets mehrere Neger mit Gewehren in den Pflanzungen herumstreifen lassen, während eine Schaar von kleinen Kindern schreiend, klappernd & Steine werfend darin herumläuft. Ein wahrer Heidenspektakel. Manchmal kommt ein Rudel Wildschweine, oder Capivaras (große Wasserschweine) & macht saubere Wirthschaft. Auch Rehe, Dachse & andere Bestien machen allerlei Schaden. Man legt Selbstschüße, Wolfsgräben & Fallen von allen Arten, fängt auch ziemlich viel, aber das ist wie ein Eimer Wasser den man aus dem Weltmeer zieht.

Es ist dies eine natürliche Folge meiner isolirten Lage im Urwald, wo ich nur auf einer einzigen Seite Nachbarn habe die etwa 6 Meilen von mir entfernt sind, während auf allen andern Seiten der Wald sich ins Unendliche zieht. Alle Thiere lieben den Sonnenschein, daher strömt alles dahin wo eine Lichtung ist. Deßhalb sieht man auf Reisen durch den Wald überall wo das Zusamenstürzen eines Baumriesen eine Lichtung in die feuchte, kühle Finsterniß geschlagen hat, ein munteres emsiges Thierleben an dieser Stelle, während ringsherum alles still & öde liegt, fast schauerlich. Selbst der Reisende verweilt gern einige Zeit an solcher Stelle um sich etwas von der Sonne bebrüten zu lassen. Das ist der Grund weßhalb alles was da fleugt & kreucht sich bei mir zu Gaste ladet. Um gerecht zu sein muß ich aber bemerken, daß derselbe Sonnenschein der all diesen Bestien so wohl bekommt gleich wohlthätig auf die nützlichen Hausthiere geringsten darum kümert. Es sind nun vier Jahre her daß ich die Axt an den ersten Baum am Salgado legte; nächstes Jahr gibt es hoffentlich den ersten Cakao. Vor dem Transport graut mir einiger maßen; alles geschieht auf Lastthieren, deren jedes nicht über zwei zentner Gewicht trägt; & in diesen entsetzlichen Wegen ist das Ganze Verfahren eine wahre Thierquälerei & Schinderei.

Es wird eben hier rein gar nichts für Communikationsmittel gethan. Die Machthaber sitzen in den Städten allein damit beschäftigt ihre Taschen zu füllen so lange ihre Parthei am Ruder sitzt; kommt eine andere Parthei an die Regierung so werden sofort (100872) alle Angestellten der frühern Partei verjagt & die herrschende besetzt alle Stellen mit ihren Creaturen. Die Staatseinkünfte braucht sie um sich recht fest zu setzen & wenn sie dann solide genug sitzt um hoffen zu dürfen nicht sobald entthront zu werden, dann geht es an ein unverschämtes Stehlen & Rauben bis man von einer andern Partei verdrängt wird, die ebenfalls dasselbe Stück spielt. Advokaten sind die einzigen Machthaber; sie allein sitzen in den Kammern, sie allein sind Magistrate. Gesetzgebende - & ausführende Gewalt – alles ist ausschließlich in ihren Handen; die Schlüßel der Staatskasse nicht zu vergessen. Man kann sich leicht die saubere Wirthschaft denken.

Wenn dem Unfug nicht gesteuert wird so gehn wir einer bösen Zukunft entgegen. Das erste Gesetz behulfs der Abschaffung der Sklaverei ist ganz gut, & nur zu verwundern daß diese Advokaten etwas so Vernünftiges ausgehakt haben. Man wird es aber kaum dabei bewenden lassen, sondern neue Gesetze machen womit man die ganze Angelegenheit überstürzen wird, & am Ende alle darauf hinausgehn werden den Sklavenbesitzern Geld in Form von Steuern abzupressen, welches man ihnen nach einem gewißen Zeitraum theilweise zurückerstatten & ihre Neger frei machen wird. Wer dann hier das Land bebauen wird ist ein Räthsel daß kein Sphynx lösen kann: Freie Brasilianer arbeiten um keinen Preis; die freien Neger treten in dieselbe Cathegorie. Und was man von regierungsseiten von europäischer Colonisation schwindelt ist barer Unsinn, & käme auf nichts anderes heraus als abermalige Einfuhr von Sklaven von anderer Farbe & unter andern Namen. Nur Verbrecher & Vagabunden werden sich dazu hergeben.

Wie ich aus Deinem Brief ersehe hast Du in letzter Zeit verschiedenes Ungemach erlitten: Wohnungswechsel, Unannehmlichkeiten mit Dienstboten & Beamten; zuletzt Krankheit von Berti & beinahe Kohlenvergiftung von Alexandrine. Das ist ja etwas ganz Schauderhaftes mit euern Kohlenbecken dort. In meiner Residenz am Salgado könnte ich deren wol ein halbes Dutzend in mein Schlafzimmer thun & mich zur Ruhe begeben, ich würde am andern Morgen nicht einmal Kopfweh haben; Da streicht die Luft frei durch Fenster & Thüren, durch Mauerritzen & das idillische Palmblätter Dach. "Nix han is a ruhig Leben" sagt der Schwabe.

Was nun meine Correspondenz mit Erzherzog resp. Kaiser Maximilian, (…) ect betrifft, so ist es ziemlich schwierig Dir dieselben zukommen zu lassen. /Gesetzliche/ Abschriften (…), & würden dieselben wahrscheinlich einen klassischen Unsinn produziren. Es bleibt daher nichts übrig als eine passende Gelegenheit abzuwarten.

Wie wärs wenn Du selbst kämest sie zu holen? Elise schreibt mir Du habest Tloskau & Hlubosch verkauft & Radowesnitz abgegeben. So bist Du nun ganz frei wie der Vogel in der Luft. Es muß Dir ganz komisch vorkommen, möglicherweise sogar etwas melancholisch; nach Deinem rastlos thätigen Leben nun gar nichts mehr zu thun zu haben. Wenigstens urtheile ich so von mir auf Dich. Was Du fürs erste thun solst ist dich gehörig ausruhn; Du ziehst lang genug in einem schweren Joch, & Deine Gesundheit ist auch nicht so ganz bombenfest. Nachher kaufst Du Dir ein hübsches Gut & läßest an Dir die Jahre mit der größten Gemüthlichkeit vorbeiwandern. Mit Deinem einzigen Sohn kannst Du unmöglich viel Kummer & Sorgen haben. Von dieser Ferienzeit könntest Du ganz gut vier Monate einer transatlantischen Reise widmen. Wenn ich sage vier Monate so ist es nun die kürzeste Frist anzugeben, indem es unnöthig ist zu sagen, daß je länger Du bei mir bleibst desto mehr wird es mich freuen. Die Auslagen übersteigen kaum die Summe von 100 L. st. Wenn Du Passage nimmst mußt du gleich für hin & zurück bezahlen; auf diese Art bekömmst Du 25% Rabat. Ich sehe von hier aus wie Alexandrine bei meinem Ansinnen ganz entrüstet auffährt & mir, dem Versucher, ein donnerndes "Vade retro Satanas" zuruft. Sie sieht Dich schon im Geist wie ein St. Sebastianus ganz mit Pfeilen gespickt, & skalpirt im Rachen verschiedener Tiger & Aligatoren zappeln. Darauf antworte ich, indem ich mich selbst präsentire "Siehe nebenstehende Figur"! Nach 25 jährigen Aufenthalt ist mir noch nichts derartiges passirt. Und ebenso wie der Teufel nicht so schwarz ist als man ihn malt, so ist das gelbe Fieber nicht so schlimm als man es ausschreit. Die beste Zeit wäre im Monat Mai von Southampton oder Bordeaux zu verreisen. Ersteres würde ich vorziehn indem auf den französischen Steamer n eine gränzenlose Liederlichkeit & Unordnung herrscht. Preis: hin & zurück f. 1500 oder 60 L. st. So, überlege Dir die Sache. Du, als alter Mineraloge, Geologe & sonstiger Loge entdeckt vielleicht hier einige schöne Lager von Diamanten & Gold, welche sich (…) der Aussage alle hiesigen Kenner am Salgado befinden so (…) Leider habe ich bei meinen Forschungen nach edeln Metallen & Steinen nur Kröten & Schlangen gefunden.

Bevor ich schließe muß ich Dir & meiner lieben Alexandrine noch meinen herzlichen Dank ausdrücken für alle Güte & Freundschaft die Ihr meinem Sohn erwiesen habt; auch er erinnert sich daran mit Sehnsucht & Dankbarkeit. Schreiben wird er Euch nicht bevor ich ihm ein Par tüchtige Sporn setze.

Lebt wohl alle beide; ich denke sehr oft an Euch & an die frohen Tage in Hlobosch. Wann werden wir uns wiedersehn? Gott weis es allein.

Dein treuer Bruder Ferdinand.

Montag, 15. Juni 2015

01/05/1873 (Fernando - Albert)

Victoria 1 Mai 1873

(Fernando Sohn - Salgado Unwol seyn - Ferdinand Vater)

Cher Oncle

Me voici déjà depuis à peu près un an au milieu de ma famille et jusqu’à présent ne vous a fait parvenir aucune lettre ; veuillez m’excuser cette négligence.

D’après ce que j’ai vu Papa vous a écrit une ou deux fois et je suis persuadé qu’il n’aura oublié de vous donner de mes nouvelles. Il m’a raconté que /tu avais vendu las propriétés du Mr. Le Comte Pourtalès/ te voilà donc délivré d’une quantité de travaux et tu peux profiter de cet intervalle pour venir passer quelques mois ici peut-être que la chaleur te fera du bien.

Quant à moi je suis déjà aclimatisé et jusqu’à présent n’ai pas eu la moindre indisposition car lorsqu’on attrape de la pluie et du soleil ensuite ou marche ou transpire ou court avec les noirs et qu’on n’attrape pas de maladie on doit rendre grâces à Dieu.

Pour le moment je suis à la Victoire avec Maman et sommes à cueillir du café car il y en a un peu cette année mais après demain je pars pour le Salgado car comme mon Père a envie de descendre pour passer quelques mois ici moi je m’en vais là en haut pour prendre compte de tout de cette manière j’apprends quelque chose et commence à être utile à ma familie. Celui qui n’y est pas accoutumé ne se sent pas bien à son aise lorsqu’il se trouve tout entourré  de forêt vierges et au milieu de négres seulement il faut avoir un peu d’amour propre pour rester là.

Le Salgado est à 14 lieues de la Victoire et par le chemin le plus affreux possible des bourbiers où les chevaux ne peuvent presque pas passer des rivières qu’il faut traverser (naturellement sans pont) des troncs d’arbres que a tout moment il faut sauter en Europe ou ne se fait pas une idée d’une route pareille mais ici au Brésil elles sont toutes dans cet état les impôts sont très-élevés et Mr. le gouvernement le mange tout en place de l’employer pour le bien du pays.

Je ne sais pas ce que se sera de Papa d’ici à quelques années les rhumatismes le tourmentent tellement qu’il ne sait plus que faire encore le mois passé il a en des attaques si fort qu’il a été obligé de faire chercher le Docteur ici en bas, tu peux te faire une idée comme nous avons été effrayés lorsque les chevaux sont arrivés ventre-à-terre du Salgado, ma mère est devenue pâle comme la mort comme le Docteur était à la maison il est de suite monté à cheval et moi avec lui mais lorsque nous sommes arrivés là allait déjà mieux.

Ma Grand ’maman de l’Espérança (Wittwe des Vicomte Sa) a aussi vendu sa propriété elle demeure aprésent tout près de nous et vient très-souvent nous visiter elle m’a fait présent d’un magnifique cheval qui marche très-bien chaque jour lorsque j’ai fini mon service je monte un peu à cheval.

Je reçois souvent des lettres de Chérubin peut-être que celle-ci le rencontrera encore chez toi dans sa dernière il me dit qu’il ira passer quelques temps avec toi je suis persuadé qu’il s’amusera fort bien car lorsqu’on a passé 12 ans en pension on aime bien à se trouver chez de parents qui vous aiment.

Adieu cher Oncle je t’embrasse ainsi que Tante ; ma mère et mes sœurs font la même chose ton tout dévoué neveu          

F. de Steiger (fils)

P.S. Est-ce que Berti est toujours à Dresden lorsque tu lui écriras salue le bien de ma part

Sonntag, 14. Juni 2015

16/10/1873 (Elise)


Wiesbaden den 16 October  1873

(Elise hat ihn bei der Kur in Wiesbaden gepflegt)

An meine Bonne

Deinem Wickelkind geht es ganz erträglich seit dem wieder gutes Wetter eingetreten ist. Damit ist jedoch keineswegs gesagt daß Du mir nicht gefehlt hast, im Gegentheil wäre eine solche Behauptung die kolossalste Lüge die ich je vom Stappel gelaßen hätte. Mein Cabat hängt fest & treu wie die Wacht am Rhein an meinem Körper, die Gumischuhe habe ich nur einmal anzuziehn gebraucht, indem immer schön Wetter war. Letzten Sonntag war es daher so voll beim Cursaal wie in den schonsten Augusttagen; man konnte gar nicht gegen den Menschenstrom ankommen & mußte sich von ihm tragen lassen. Trotz dem wird mein Zimmer schon seit 9 Tagen geheizt; jeden Tag einen Gulden Holz. Caramba! das ist ein Vergnügen für Jemanden der gewöhnt ist ganze Hecatomben davon gratis anzustiften.  Mein neues Stubenmädchen, das Dir ein Sadrach zu sein schien ist viel besser als unsere frühere Winchen & hält namentlich strenge Controlle über meine Hemd- & Hosenknöpfe. Manchmal machen wir sogar ein Stückchen Conversation zusamen. Il faut être bon prince. Die langen Abende wären mir schauderhaft langweilig wenn mir nicht Bonte mehreres zum Lesen hier gelaßen hätte, unter andern die von ihm verfaßte Geschichte der letzten 25 Jahre des 25ten Regiments. Um halb acht gehe ich, wie zu Deiner Zeit, zu Christmann, wo sich dann auch unser fideler Silberbart einfindet (welcher sich vielmals empfehlen läßt). Dazu gesellen sich dann noch zwei Familien von westphälischen Gutsbesitzern, acht Personen an der Zahl, meist joviale Bonvivants & ganz artige Mädchen, so daß wir einen ganzen Flügel des langen Eßtisches für uns einnehmen. Bei dieser Gelegenheit, meine liebe Elise, mußt Du die Schürze der Bonne mit dem priesterlichen Ornat vertauschen um mein Confiteor anzuhören das ich mit der vorschriftsmäßigen Zerknirschung ausspreche. Ich glaube nämlich das wir bei unsern Schoppen öfters bis elf oder gar – schaudere nicht – bis nach zwölf Uhr zusamen gesessen sind. Du siehst die Gespenster.

Natur regt sich wieder bei mir nachdem Du mich verlassen hast. Morgen fahren wir Alle nach der Platte, der ich stets ein gutes Andenken bewahre weil dies mein erster Ausflug war als ich aus dem Invalidencorps entlaßen wurde. Bei Deiner Mittheilung daß es schon in eurer Nähe geschneit hat wird mir wie wenn man mir das Rückgrat mit Eiszapfen streichelte. Heute war also große Consulte beim Doktorchen: Resultat der Besprechung war, daß wenn ich noch 10 Bäder genommen haben werde es vollständig & übergenug sein wird, & ein weiteres Baden durchaus nichts mehr nützen kann. So wäre ich denn bis am 26 fertig, könnte mich am 28te auf den Weg machen & um den 1ten November in Bern eintreffen. Jedenfalls schreibe ich nächsten Donnerstag, da möglicherweise unser Aesculap plötzlich mit einer neuen Verordnung erscheinen kann. Uebrigens fühle ich selbst daß mir das Baden zu gar nichts mehr hilft; es hat gethan Alles was es konnte, mehr verlangen wäre Unsinn. Zu einer radikalen Cur wäre nächstes Jahr eine zweite Auflage erforderlich.

Heute erhielt ich Alberts Brief & freue mich sehr zu wissen daß ich ihn & Alex-  jedenfalls noch sehn werde, ehe ich meine Reise antrete. Nun, auf ein baldiges frohes Wiedersehn zwischen Amme & Kind. Tausend Grüße an Mama, Alex-, Alg, Therese & Charles, so wie die Kinder.
Ferdinand

23/01/1874 (Albert)

Bordeaux den 23 Januar 1874

(Nach dem 2. Besuch in Europa. Wir waren zusammen in der Schweiz. Ferdinand war krank gekommen)

Lieber Albert

Auf dem Punkte das alte Europa wieder zu verlaßen schreibe ich Dir diese Zeilen um Dir & der freundlichen, lieben Alexandrine Lebewohl zu sagen. Morgen 9 Uhr geht’s am Bord der "Britania" fort & hoffentlich kommen wir am 6 Februar in Bahia an. Du kannst Dir denken mit welcher Ungeduld ich dem Augenblick meiner endlichen Ankunft zu Hause entgegensehe; ich werde acht Monate abwesend gewesen sein. Meine Gesundheit hat sich, Gott sei Dank, recht brav gehalten, sogar in Paris wo ich im entsetzlichsten Koth den ganzen Tag herumlaufen mußte habe ich nur einen gelinden Schmerz in der Hüfte gespürt, der mir jedoch einen großen Schreck einflößte. Nie hätte ich gedacht einen so ungeheuern Temperatur zwischen der Schweiz & Frankreich zu finden. In Paris fuhr Alles in offenen Wagen, & um 11 Uhr Nachts sah ich Herrn & Damen unter  freiem Himmel auf den boulevarde ihr Bier & Wein trinken. Hier ist es dann noch ganz anders; die meisten Bäume herrlich belaubt, saftig grüner Rasen, blühende Aurikeln & Feilchen, singende Grasmücken & Finken;  gestern um 3 Uhr nachmittag 14o cent. Wärme; ich mußte schlechterdings meine dicken Flanelunterkleider ablegen. Aber Schmutz & Gestank hat man hier daß es ein wahrer Gräuel ist. Gestern Abend waren wir in einer sehr netten soirée, wo ich als Inhaber der berühmten FS Marke in Caffe & Cakao ziemlich fetirt wurde. Auch Alberto, den viele der Anwesenden als achtjähriges Bubchen gesehn hatten wurde sehr freundlich bewillkommnet, & einige recht hübsche Gascognerinnen erinnerten ihn an die Zeit wo sie zusamen mit der Puppe spielten. Eine Schande ist es, & war mir höchst unangenehm daß weder in dem großen Paris noch hier türkische Bäder zu haben sind, ja, die guten Franzosen kennen sie nicht einmal.

Ich nehme zwei junge Weinbauer aus der Umgegend von Neuchâtel mit mir, die den Vortrab der später folgenden Colonisten bilden sollen, um noch & noch meine Sklaven durch freie Arbeiter zu ersetzen.

Deinen Brief habe ich seiner Zeit in (…)

(…) geschenkt hast. Ueberhaupt hast du meinen Kindern unendlich viel Freundlichkeit erzeigt, & warst ihnen stets ein liebevoller Onkel; auch Alexandrine hat die Buben jederzeit mit ungemeiner Güte & Nachsicht behandelt; auch sehn sie das dankbar ein & bewahren euch beiden ein sehr freundliches (…)

20/10/1874 (Albert)

Villa Ilhéos den 20 October  1874

(Rheumatismen Seebäder)

Mein lieber Albert

Dein Brief von 30 Juni hat mich sehr gefreut; nur wunderte es mich daß Du meines letzten Briefs aus Bordeaux gar nicht erwahnst. Solltest Du ihn etwa gar nicht erhalten haben? Das thäte mir sehr leid indem es Dich in den Glauben versetzen könnte ich sei mit unbrüderlichen Gefühlen von Europa geschieden.

Wie ich sehe lebst Du jetzt gemüthlich als Rentier; für mich wird diese Zeit wol nie kommen. Es freut mich sehr daß Du mit Deiner (…)angelegenheit durchgedrungen bist & daß Du Dein Schweizerbürgerrecht deßhalb doch nicht hast aufgeben müßen.

Ich gratulire Berti zu seinem überstandenen Officiersexamen & seinem baldigen Eintritt in die Armee als wohlbestallter Cavallerielieutenant. Wie wird sich Alexandrine freuen wenn sie ihn zum ersten Mal in seiner schmucken Uniform umarmen wird. – Bei Deiner Erwähnung der Eisenbahnen von Wien nach Kahlenberg wurde mir wieder recht melancholisch zu Muth: ach hätten wir hier doch nur einen elenden Ueberbleibsel von Euern Ueberfluß. Ein mal war ich mit Elise in der Nähe von Wiesbaden auf einem Berg von dem aus man eine herrliche Aussicht über das Rheinthal hat; sie sah gegen den Rhein, ich in entgegengesetzter Richtung, indem wir den österreichischen Doppeladler parodirten.  Da fragte mich Elise: Wo siehst du denn hin, warum kehrst du der schönen Aussicht den Rücken? Ich antwortete: Ich betrachte die herrliche & fast unnütze Straße die sich da durch Lege & Schluchten schlängelt, & denke mir welch Glück es wäre wenn ich ein Fragment davon mitnehmen könnte. Elise war höchlich über meine prosaischen Gedanken entrüstet. Es muß aber Jeden kränken der ein so herrliches Land wie dieses verkommen & dahinsiechen sieht, während einige kühn durch Urwald, Steppen & Ströme gezogene Eisenbahnen & Heerstraßen es zum reichsten der Welt machen könnten. Und was fehlt zu Realisation eines solchen Desideratum s? Nichts, gar nichts als Energie & Initiative. Aber diese würde man leider selbst mit einem Herschel’schen Teleskop hier vergebens suchen. Einmal hörte ich einen ausnahmsweise vorurtheilsfreien jungen Brasilianer ausrufen: "Mein Vaterland wird erst dann etwas werden wenn keine Brasilianer mehr darin wohnen werden"! – Traurig für einen aufrichtigen Patrioten! Wellington sagte dasselbe von Irland.

Wie Du siehst bin ich hier in der Villa Ilhéos, unserer Kreishauptstadt, seit 320 Jahren gegründet & seinerzeit Sitz des Gouverneurs von Nordbrasilien; trotzdem ein elendes Nest von 1300 Einwohnern, aus elenden Hütten erbaut. Seiner vorzüglichen Lage wegen war es im 17ten Jahrhundert lange Zeit der Zankapfel zwischen Portugal & Holland. Ich bin hier um Seebäder zu nehmen & zwar 60 an der Zahl, d. h. also einen Monat, da ich eins an Morgen & eins am Abend nehme. Obwol sie bei den Meisten einen gewißen Choc verursachen habe ich doch nichts derartiges verspürt. Aber eine wahre Thierquälerei sind sie doch. Natürlich beschränkt sich das ganze Badetablissement einzig & allein auf die große atlantische Badewanne, wo man die ungeheuern Wellen direkt von Europa & Afrika bezieht, welche den Badenden ganz unbarmherzig herumwälzen.

Anfangs grauste es mir wenn ich so eine 6 Fuß hohe, senkrechte, schwarze Wassermauer auf mich ganz langsam & drohend anmarschiren sah, mich begrabend & weit hin auf den Strand schleudernd, wo ich dann, nach heftigem Spucken, Nießen & Augenzwinkerns um mich des Seewassers zu entledigen, mit geschloßenen Augen & auf allen Vieren, wie eine Schildkröte, wieder den Strand hinabkroch, bis eine neue Welle die unsanfter Carambolage erneuerte. Jetzt, nach 50 Bädern, bin ich so ziemlich an diese Art Pendelbewegung gewöhnt & glaube sogar daß ich die Seebäder in Victoria empfindlich vermißen werde. – Du sollst ja auch Seebäder nehmen, wirst aber die Operation gewiß auf eine viel comfortablere Art, in irgend einem hochcivilisirten Badeort ausführen. – Ich kann oft nicht umhin einen Vergleich zwischen meiner vorjährigen Badekur in dem hocheleganten sybarritischen Wiesbaden & meiner heurigen in dem urwüchsigen Ilhéos anzustellen. Statt meiner Schwester habe ich hier zwei meiner Töchter, die sich in der Mitte der Curzeit mit den zwei andern abgelöst haben. Nach dem ersten Bade, also gegen halb sechs Uhr früh machen wir eine anderthalbstündige Promenade am Seestrand, auf dessen schneeweißem glatten Sand sich s noch besser geht als in den Alleen der wiesbadner Parkanlagen; auf einer Seite die drönende Brandung des Meers gegen die Felsen als Orchester, auf der andern Seite ein Dickicht von Zwergpalmen, Kaktus & Aloe im dürren Sand statt der zierlichen bosquets. Als Staffage, statt des schnatternden Schwarms eleganter Herrn & Damen die ihre hautes nouveautés zur Schau tragen, eine einsame Seekrabbe, die bei unserm Anblick in ihrem Loch verschwindet; hie & da, aber selten, ein schmieriger Neger oder ein halbnackter Indianer. Dann steigt die Sonne gar prächtig aus dem Meer; alles glänzt & glitzert daß einem vor Blendung Thrähnen in die Augen komen; die frische, salzige Seebrise dringt mächtig in die Lungen, bringt aber Hüte & écharpes in Gefahr eine Luftreise zu versuchen. Die Kinder haben Schuhe & Strümpfe ausgezogen & laßen den weißen Seeschaum ihre Füße umspühlen. Dabei sammeln sie Muscheln deren es eine erstaunliche Menge gibt, & stoßen das bewußte Steiger’sche Feldgeschrei aus wenn sie eine besonders schöne oder große finden. Schluß der Promenade bildet gewöhnlich die Ersteigung eines hohen Felsens auf dessen Gipfel ich mich mit der prachtvollen Aussicht über Meer & Palmenbeschatte Hügel, die Kinder aber mit Palmennüßen regaliren. Wenn seit dem vorigen Tag keine von selbst am Boden gefallen sind so klettert die Jüngste hinauf & wirft einige am Boden wobei freilich der Toilektenbestand oft in Gefahr kommt. Aber die Mama ist nicht da um zu zanken & der gemüthliche Papa läßt etwaige Havarien durch die Negerinen ausbessern. Schöne Straßen sind leider keine zu sehn um mich in der Bewunderung der Naturschönheiten zu zerstreuen. Alle Sonnabend kommt ein meiner Canots von Victoria mit einem meiner Söhne um Rapport abzustatten & um die nöthige Viktualien zu bringen, denn in dieser großen Stadt findet man nicht ein Ei zu kaufen.

Daß ich hier Seebäder gebrauche ist ein Beweis daß es mit meinen Rheumatismen gar nicht gut geht. Die Anfälle sind zwar nicht mehr so rasend heftig als früher, aber ebenso häufig & andauernd. Dazu gesellen sich Leberleiden in Folge des ganz entsetzlich regnerischen Wetters das wir seit Anfang des Jahrs bis Mitte September gehabt haben. Die Pflanzungen haben dadurch entsetzlich gelitten & die Erndten sind total ruinirt. Die Bäume verloren das Laub, wie bei Euch im Winter, eine Sache die noch nie da war.

Ich danke Dir für die viele Freundlichkeit die Du meinem Sohn erzeigst. Am 15ten dieses hat er sein Eintrittsexamen ins Polytechnikum gemacht.
Meine Adresse ist wie immer an H. Jezler Kronauer & Cie. in Bahia. Hoffentlich schreibe ich die Deinige richtig.

Nun lebe recht wohl, & auf Wiedersehn, der Himmel weiß wann. Grüße Alexandrine von ganzen Herzen, ebenso den Berti. Da ich hier als solitaire lebe kann ich keine Gegengrüße von Frau & Kindern schicken.

Dein treuer Bruder Ferdinand

27/11/1875 (Albert)

Salgado den 27 November 1875

 (Allerlei)

Lieber Albert

Es ist bereits über ein halbes Jahr verflossen seit dem ich Deinen Brief vom 19 März erhielt. Es war damals eine böse Zeit für mich, indem meine Rheumatismen mit einer bis dahin noch beispiellosen Wuth auf mich einstürmten. Von Ende März bis Ende Juni, drei lange scheußliche Monate, litt ich fast ununterbrochen die entsetzlichsten Schmerzen. Und als es endlich damit zu Ende war merkte ich daß endlich die unausbleiblichen Folgen anhaltender Rheumatismen eingetreten waren, nämlich daß das Herz in Mitleidenschaft gezogen war. Berg auf gehn, schnelles Gehen, manchmal auch Liegen verursachen mir unerträgliches Herzklopfen & Athemlosigkeit. Dabei werde ich ganz mager, so daß der berühmte braune Schlafrock (Der Dicke hatte meinen schlanken Uiberrok an einem kalten Tag in Bern probirt) mir jetzt eben so gut passen würde als Dir. Seit fünf Monaten habe ich keinen neuen Anfall gehabt, & das ist ein Glück, denn ich würde mehrere wie den letzten nicht aushalten. Zu meiner Verzweiflung nehme ich jetzt ein Mittel das in Frankreich furore gemacht hat, von einem D´teur La Ville; seine erste Sendung zum Anfang der Kur besteht aus der Kleinigkeit von 1.800 Pillen! Ein Drittel habe ich bereits verschlungen. Ob ich dieser Monsterdosis mein verhältnißmäßiges Wohlbefinden verdanke, oder nicht, kann ich nicht entscheiden. Nachdem mich Wiesbaden, Türken- & Seebäder so schmählich angeführt haben, bin ich natürlich sehr sceptisch in dieser Hinsicht. Genug Hieremiadien!

Wie geht es Dir? Du warst nie sehr bombenfester Construktion, & der Winter, der bei euch eben im Anmarsch ist, war immer Deine böseste Zeit. Und Alexandrine, ist jedenfalls immer gleich liebreich & munter so daß Du in den langen Wintertagen recht gemüthlich leben kannst. Berti ist also ein brillanter Hulanenofficier, & hat das Glück in Eurer Nähe zu garnisoniren. Du solltest ihn ein mal hieher senden; so eine Reise gibt einem jungen Mann einen gewißen Chiq: "Wenn einer eine Reise thut, so kann er was erzählen" etc. Ein Engländer der nicht wenigstens ein mal in Ostindien & China war wird als Auster betrachtet, aber für uns Continentalbewohner ist ein Abstecher über den Atlantischen Ocean schon ganz net.

Wie ist Deine Audienz beim Kaiser ausgefallen? Hat er Dir wenigstens Etwas anerkennendes über deine auf der Wiener Weltausstellung exhibirten Herkulesarbeit gesagt? A propos, wenn Du eine sichere Gelegenheit hast so schicke meine Schriften vom Erzherzog Max an die Elise nach Bern; von dort findet sich alle Jahre ein zuverläßiger Reisender der sie nach Bahia bringt, während das aus Deiner Gegend so gut als unmöglich ist. Ich möchte die Papier gern wieder haben.

Zwei unserer Bischöfe haben allerdings auch hier angefangen zu rumoren, aber die Regierung ist energischer aufgetreten als irgend eine in Europa, die beiden Herrn sind sofort nach Rio in ein Fort gesteckt worden, & sitzen noch, & sollen sitzen bleiben bis sie zu Kreuze kriechen. Vor 1870 galt Franzosenthum & Katholicismus hier fürs Höchste; jetzt aber stehn Deutschthum, Protestantismus  & Bismarkismus oben an. Der hiesige Klerus hat eben seine Geldgier, Dummheit & Intoleranz bis aufs Aeßerste getrieben; jetzt tritt die Reaktion ein. Es freut mich übrigens daß gerade die drei Länder die mir am liebsten sind: Schweiz, Preußen & Brasilien, gerade diejenigen sind die den Jesuiten die empfindlichsten Fußtritte appliciren.

Du fragst auch wie es mit den Sklaven geht. Auch hierin, wie in der Pfaffenangelegenheit ist eine unausbleibliche Reaktion eingetreten. Nach der Promulgation der Gesetze von 1871, welche den Negern alle mögliche Garantien & Privilegien ihren Herrn gegenüber verliehen, glaubten sich die guten Leute ganz frei, auch fehlte es nicht an Aufhetzern die sie in diesem Glauben bestärkten. Herren die Sklaven bestraffen wurden gefänglich eingezogen; Du kannst Dir denken zu welchem Gaudium der letztern. Die Negrophylen hatten den Negern so viel Menschenrechte eingeräumt, daß für die Weißen gar keine mehr übrig blieben; diese sollten sich ganz geduldig von ihren Sklaven plündern, brandschatzen & ermorden lassen. Das Ding wurde immer ärger & die Lage der Sklavenbesitzer eine wahrhaft traurige; in den Zeitungen las man nichts mehr als Mordthaten die von Sklaven an ihren Herren verübt worden waren. Da endlich fühlte sich die Regierung bemäßigt etwas Wasser auf den Brand zu tragen, den sie selbst angezündet hatte. An vielen Stellen mußte Militär die Ordnung herstellen; mehrere Neger wurden zum Tod verurtheilt, & jetzt ist die Ruhe wieder ziemlich hergestellt, & die Sklaven sind um ihre Errungenschaften gekommen. Aber die Freiheitsideen spucken immer noch in den Köpfen, nachdem sie davon gekostet haben & l’appetit vient en mangeant. Wie es seiner Zeit mit der Entschädigung bei gänzlicher Emanzipirung der Sklaven gehen wird kann kein Oedipus errathen. Viel wird es jedenfalls nicht geben, denn die Regierung stürzt sich mit unverantwortlichem Leichtsinn in Schulden, die, wenn es noch ein Paar Jahre so fortgeht unvermeidlich zum Statsbanquerot führen müßen. Und das nur um einer stupiden Eitelkeit zu fröhnen, & eine Armee nach Art der preußischen zu bilden & zu unterhalten.

Was diese Armee in einem Land ohne Wege thun soll wird der Kriegsminister (ein Advokat) selbst nicht sagen können; ein Regiment kann leicht ein Jahr brauchen um von einem Ende des Kaiserreichs ans andere zu marschiren, & möglicherweise kommt am Bestimmungsort nur ein einziger Mann an, um, wie der Krieger von Marathon, zu erzählen daß alle Andern miserabel zu Grunde gegangen sind. Doch dazu wird man das Militär nicht verwenden: es ist eine ganz einfache Nachäfferei europäischer Zustände, eine Befriedigung der grenzenlosen Eitelkeit. Rio de Janeiro darf in nichts hinter den größten europäischen Städten zurückbleiben. Zur Staffage in den Straßen einer großen Stadt gehören schöne Läden, Toiletten, Equipagen, & Uniformen. Die drei erstern besitzt Rio vollkommen, nur die letztern fehlten bis jetzt. Das soll nun anders werden. Und bei Ankunft der europäischen Steamers werden die Fremdlinge mit einer schönen Parade regalirt werden. Sind auch die Uniformen alle gleich so ist doch nichts lächerliche als die unendliche Variation in der Farbe der Gesichter & Hände. Neben dem weiß & rothen Gesicht eines Deutschen sieht man das Chokolatbraune eines Mulaten, dann das Eiergelbe eines Mestizen, daneben das pechschwarze eines Negers welches wieder mit dem kupferrothen eines Indianers gar lieblich absticht. Eine Kopfbedeckung ragt über diese Häupter welche Erzherzog Max sehr treffend mit dem "Zelt Solimans des Bedrängers von Wien" vergleicht. Bekommen die preußischen Garden einmal im Winter Pelzröcke so werden diese armen Teufel auch in dito Uniformen gesotten werden.  – Wir aber, in den Provinzen, müßen diese Masquerade mit unserm sauer erworbenen Geld bezahlen, & haben nicht ein mal den Genuß uns bei deren Anblick ergötzen zu können. Doch genug davon.

Hast Du noch keine Herrschaft oder Landgut gekauft? Oder ziehst Du es vor gemüthlich von Deinen Renten, bald da bald dort zu leben. Am Deinem Platz würde ich mich auch nicht mehr quälen.

Nun leb wohl; grüße recht herzlich Alexandrine & Berti. Ich schicke keine Grüße von den Meinigen weil ich hier in meiner Waldeinsamkeit am Salgado bin.  Dein treuer Bruder Ferdinand

Meine besten Glückwünsche zum Neujahr falls mein Brief zur Zeit ankommt.

Freitag, 12. Juni 2015

14/11/1876 (Albert)

Atalaia do Missô 14 November  1876 (Albert)

(Piassava – Expedition Sie kostete Albertos Gesundheit)

Lieber Albert

Es sind bereits sechs Monate daß ich Deinen letzten Brief vor 18 März erhielt, welchen Du mir aus Deiner neuen Residenz schreibst. Hoffentlich bist Du nun vollständig & comfortabel eingerichtet & da, wie Du sagst, Deine neue Besitzung keine große Arbeit zu ihrer Verwaltung beansprucht, so kannst Du Dich so ziemlich dem beschaulichen Leben hingeben. Bei mir ist das allerdings anders. Wie Du aus dem Datum dieses Briefes sehn kannst, bin ich wieder in eine neue Gegend gezogen; eine Waldeinsamkeit am Meeresstrand zehn Meilen südlich von Ilhéos, auf einem Lande von x Quadratmeilen Umfang, welches der Familie Sá in Gemeinschaft gehört; früher Besitzthum der Jesuiten, welche bei ihrer plötzlichen Vertreibung vor etlichen hundert Jahren ihre Schätze in den Felsschluchten von Atalaia verborgen haben sollen. Gleichzeitig wird behauptet daß die Geister der Patres & ihrer Schlachtopfer dort Wache halten & daß es bei Nacht dort sehr ungeheuerlich sein soll. Nun, ich bin manche mondhelle Nacht auf dieser Turmwarthe (Atalaia) auf & abgegangen ohne je eine Spur von einem Gespenst & leider ebensowenig einen Schatz zu entdecken. Wohl aber schwelgte ich im Hochgenuß der herrlichen Fernsicht die man von da einerseits über den glitzernden Ocean & andererseits über die zerklüftete Urwaldlandschaft hat. Dazu die frische salzige Seebrise von der andern Seite. Vor mir das Donnern der Brandung gegen den Strande, hinter mir das Rauschen des Waldes, & beides dominirend ein Heidenspektakel von Millionen von Zikaden, Grillen & Fröschen. Es brauchte einige Zeit ehe ich bei diesem Riesenconcert schlafen konnte. Doch der Sentimentalität & Naturschönheiten halber bin ich nicht her gekommen. Da meine Cafe - & Cakaobäume nichts tragen wollen habe ich mich nach einer andern Erwerbsquelle umsehn müßen. Da ist nun die Piassava, welche seit zwei Jahren den Hauptexportarikel von Mittelbrasilien bildet & maßenweise nach England, Holland & Petersburg verschifft wird, wo sie hauptsächlich zum Unterbau der Häuser die auf sumpfigen Boden construirt werden dient. Ich will Dir hochgelehrtem Mann nicht den Schimpf anthun dir erst zu erklären was Piassava ist; in jeder groben Bürste findest du Fäden davon mit den Borsten ect. vermischt.

Auf diesem Land findet sich die Piassava Palme maßenweise; es ist mit den eleganten Damen zu vergleichen, welche vor etlichen Jahren kolossale Krinolinen um die Hüften trugen, während nach der Mode die Krinoline jetzt auf dem Kopf getragen wird. Die Piassava Palme vereinigt beide Moden & sieht ungefähr so aus (Bild): Am Gipfel, zwischen den 30 Fußlangen Palmblättern setzt sich die Piassava in langen ineinander verwickelten Fäden wie eine Perrücke an; dann rutschen sie durch ihr eigenes Gewicht am Stamm hinunter & häusen sich dort an. Die ganze Figur ist oft an 80 Fuß hoch & ein guter Baum gibt bis anderthalb Zentner Piassava, welche am Fuß wie Werch abgesponnen wird, & am Kopf, nachdem der Baum umgehauen ist ebenfalls. Es ist dies ein ächt brasilianisch-vandalisches Verfahren, wo man den Baum umhaut um die Frucht zu genießen; ich habe viel dagegen geeifert, thue es aber nun selbst, wie die katholischen Pfaffen, die da predigen: "Folget meiner Lehre aber nicht meinem Beispiel". Wenn ich die Palmen nicht fälle so thun es die Andern, denn als ich her kam fand ich schon eine Menge von Leuten die unser Land plünderten, & sobald ich den Rücken kehre würde das Piassavastehlen von Neuem losgehn wenn ich etwas übrig lasse, was nicht in meiner Absicht liegt. Der einzige Werth des Landes besteht in der Piassava & ich gedenke damit gründlich aufzuräumen, da kein Anderer der Familie Lust hat Piassava hier zu ziehn & es doch Schade ist Alles den fremden Eindringlingen zu überlaßen. Ich denke bis Neujahr fertig zu sein & ungefähr zweitausende Zentner Piassava zu exportiren.

Vor zwei Jahren hatte sie einen Werth in Bahia von ungefähr 30 fr. der Zentner; jetzt aber nur die Hälfte. Wenn ich fertig bin ziehe ich wieder nach Victoria, nachdem ich mein ganzes Feldlager, bestehend aus 18 Hütten die von First zu Fundament aus Palmblättern construirt sind, den Flammen übergeben haben werde was mir recht leid thun wird, denn ich habe hier eine ganz angenehme Zeit verbracht, & denn ist die Lage gar wunderschön & ausnehmend gesund. Der Wald, in diesem dürren, sandigen Boden mahnt mich lebhaft an die europäischen Wälder, & ist ganz pygmeenhaft im Vergleich zu dem von Victoria & gar von Salgado, der den Urwald in seiner höchsten Potenz darstellt. Leider gibt es hier nichts zu essen: keine saftigen Waldfrüchte, keine Spur von Wild oder Fischen, welche gerade an Salgado in Profusion vorhanden sind. Alles muß mit großer Mühe & nicht ohne Gefahr per Achse von Victoria hertransportirt werden, am Seestrand entlang, indem man mit den schwerbeladen Wagen zwei recht böse Flüße passiren muß. In einem derselben wäre es mir beinahe gegangen wie weiland Pharao. Bei der Flußpassage waren 12 Ochsen vorgespannt; die Räder versanken im lockern Flußbeet bis an die Achsen & bei der verzweifelten Anstrengung der Ochsen riß die Kette an der die 10 Vorspannochsen zogen, so daß der Wagen mit den zwei Deichselochsen allein blieb. Die Räder versanken immer tiefer & die Fluth stieg immer höher; einzelne Wellen gingen schon über den Wagen. Der kleine Pony auf dem ich saß wurde ein Par mal in die Höhe gehoben & fast umgeworfen. Es war eine finstere unheimliche Nacht, in deren Dunkelheit man die Wellen posphorsprühend um die Speichen & die Beine der Ochsen kräuseln sah. Mit großer Mühe & nicht ohne wahre Thierquälerei gelang es die ganz wild gewordenen Ochsen wieder in die schäumenden Wellen zu treiben & anzuspannen. Alberto leistete bei dieser Gelegenheit, als trefflicher Schwimmer & Taucher ausgezeichnete Dienste; für ihn war die ganze Episode ein wahres Gaudium; für mich natürlich war es eine ganz andere Sache, & kann ich Dich versichern daß ich nicht ruhig athmete als bis ich dies 80 Fuß lange Fuhrwerk wie ein Seeungeheuer aus dem Meer auf den weißen Sand des Strandes heraufschlängeln sah. Ich mußte in meinen naßen Kleidern volle zwölf Stunden bleiben, was mir aber nichts schadete, erstens weil das Meerwasser nicht so schädlich ist als süßes Wasser, & dann auch weil meine Gesundheit wieder ganz solide ist.

Wenn die moderne Medizin jemals ein Specifikum entdeckt hat so sind es wahrhaftig die La Ville schon Präparate gegen Rheumatismus. Bei mir wenigstens kann ich sagen daß sie Wunder geleistet haben, & daß ich mich Gottlob als vollständig kurirt betrachten kann. Hie & da klopfen allerdings die Rheumatismen bald da bald dort noch an; aber es sind ganz erträgliche Schmerzen, die selten 24 Stunden dauern. Die verlorenen Kräfte & Elasticität kommen allerdings nie mehr in die Glieder. Hier, auf der Atalaia, befinde ich mich wohler als je; ich habe einen Appetit & schlafe meine acht Stunden ununterbrechen  wie mir das seit der zwanzigjährigen, sorgenlosen Lieutenantszeit nicht mehr passirt ist. Ich glaube es ist die von Seesalz & Piassava Harz geschwängerte Atmosphäre welche diese wohlthätige Wirkung hervorbringt, obwol wir hier wahrhaft giftiges Sumpfwasser trinken, welches bei den Negern bösartige Malariafieber erzeugt. Ich hatte ihrer manchmal bis 15, von 60, an einem Tag krank. Alberto wurde recht gefährlich krank, & ist seit drei Monaten noch nicht hergestellt, obwol ich ihn schon vor zwei Monaten nach Victoria schickte. Der arme Junge ist citronengelb bis ins Weiße der Augen & mager & schwach, daß er ganz unkenntlich geworden ist. Es waren recht traurige Tage, die ich da mit Alberto zugebracht habe. In einer Hütte, die mehr einem Vogelkäfig als einer menschlichen Wohnung gleicht, zur Winterzeit, wo Wind & Regen von allen Seiten auf den im Fieberschweiß phantasirenden Kranken eindringen, ohne anderes Getränk um seinen brennenden Durst zu stillen als eben das Gift das die Krankheit erzeugt hat, ohne andere Nahrung als das getrocknete, gesalzene Fleisch das ich mitgebracht hatte; nicht ein mal eine Tasse Thee. Dazu ist ein Vater immer ein schlechter Arzt für seine Kinder.

Fernando ist am Salgado & gibt böse Nachrichten. Die Indianer fangen wieder an ihr Wesen zu treiben. Ganz in der Nähe haben sie letzthin einen Viehtransport der vom Innere kam überfallen, etwa ein Dutzend Ochsen & Pferde mit ihren Pfeilen erschoßen & einen Mann gefährlich verwundet, der nur mit knapper  Noth entwischen konnte. Es sind nur sechs Neger dort, & was das Schlimste ist die großen Bluthunde vor welchen die Indianer einen Heidenrespekt haben, sind sämtlich krepirt, so daß man bei Nacht vor einem Ueberfall nicht sicher ist. Diesen fürchte ich nun viel weniger als daß diese Urgentlemen Lust bekommen sich von meiner Vieh- & Schafzucht zu nähren. Voriges Jahr ist mir schon ein Pferd spurlos von der Weide verschwunden, das jedenfalls den Herrn zu beefsteak gedient hat. Genug über Brasilien & meine Angelegenheiten.

Du wirst bereits erfahren haben daß ich mein Gesuch an die Familienkiste, behufs Ausbezahlung meines & meiner Söhne Antheil, zurückgenommen habe. Es war mir nicht um die Paar tausend Franken zu thun, ich wollte aber nichts mehr gemein haben mit Leuten, die sich so flegelhaft gegen mich benommen hatten. Nun die Herrn ihr Unrecht einsehn & eingestehn bin ich zufrieden. Der alte Seedorf schrieb mir sogar einen zehn – sage zehn Seiten langen Brief; Du kannst dir denken wie interessant, schade daß der Schreiber nicht Pergament dazu genommen hat, der größern Analogie halber – similia similibus.

Unsere Schwester Elise scheint ernsthaft davon zu denken mir einen Besuch abzustatten, ich freue mich ganz ungeheuer darüber. Sie könnte keine passendere Gelegenheit finden, als die sich gerade jetzt mit Querubino darbiethet, & da ich etwas davon zweifle daß dieser sich ins Brasilien etabliert so hat sie einen guten Begleiter für die Rückreise. Seit dem Tod unserer guten Mutter muß sich Elise sehr isolirt & unbeschäftigt fühlen; auch soll ihre Gesundheit etwas  angegriffen sein. Ich bin überzeugt die Reise & der Aufenthalt hier wird ihr in jeder Hinsicht wohl thun. Wenn Dein Berti mitkommen könnte wäre es noch viel schöner. Ich gratulire ihm herzlich zu seinem Avancement zum Lieutenant, & kann mir denken wie seine Mutter froh & stolz ist wenn sie am Arm dieses schmucken Officiers sich sagen kann: Das ist mein Sohn.

Es ist recht vernünftig daß man jetzt von den Offizieren praktische Ausbildung verlangt, & keine blanbecs zur Armee sendet, wie zu meiner Zeit, welche mit Armeecorps nach Vauban & Montalembert schem System vortrefflich auf dem Papier zu manovriren wußten, bei Ausstellung einer Feldwache von 20 Mann aber in die bitterste Verlegenheit geriethen.

Die Liste von Namen & Geburtstagen meiner Familie muß ich Dir von Victoria senden, denn ich weiß die sämtlichen Daten nicht auswendig.

Nun lebe wohl; grüße recht herzlich meine liebe Schwägerin, die mich hoffentlich  noch nicht vergeßen hat; ebenso Berti;  haltet Eure Gesundheit  stramm, damit wir uns, wenn auch erst in vielen Jahren, froh wiedersehn können. 

Dein treuer Bruder

Ferdinand

Als ich eben daran war diesen Brief zusamenzulegen mußte ich etwas an meinen Piassava Pressen in Ordnung bringen & kam dabei mit den grölten Schreiben in Berührung; daher dieser Fettfleck; bitte um Entschuldigung.